Offene Gruben von Werner Schwab

„Offene Gruben“ ist der zweite Teil der Gloster!-Österreich-Trilogie, die mit Peter Turrinis „Die Eröffnung“ (Regie: Barbara Kemmler) 2009 im Pumpenhaus startete. Der Text „Offene Gruben“ stammt aus dem Band Königskomödien und ist Schwabs Spätwerk – UA: 1992, Volkstheater Wien zuzurechnen. Der Regisseur Thomas Thieme über den späten Schwab: „Die Figuren, die Werner da geschaffen hat, sind wie Vexierbilder. Das sind Übermalungen – wie bei Arnulf Rainer. Die Personalauswahl, die man in den späten Stücken vorfindet, war aber schon beim frühen Schwab vorhanden.“

In der Vorbemerkung zum Stück schreibt Werner Schwab: „ER und SIE sind zwei jüngere, urban hergerichtete Personen. Das VEHIKEL vollzieht die geheimen Assoziationen und Varianten von Gedachtem. Es ist das dritte Ding, das entsteht, wenn zwei Personen versuchen, sich aufeinander zuzubewegen…Gesprochen wird äußerst unzufällig. Man färbt die Worte persönlich, um sich womöglich gemeinsam auszukennen. Jedes Wort, jede gedankliche Verbindung ist eigentlich ein Versuchsballon. Andererseits betrachtet man das Gesprochene wie frisches Blut, das man in den Mund nehmen will, nachdem man sich verletzt hat.“

Der Theaterkritiker Jürgen Berger hat „Offene Gruben“ bezeichnet als: „(Ein Text …,) der zum Besten zählt, was Schwab geschrieben hat. Er schillert und reflektiert Bedingungen von Sprache und Sprechen.“

ER und SIE sprechen wie in einer Versuchsanordnung. Sie tasten verschiedene Räume ab, durchsuchen ihre wechselnden Gefühle, erproben diverse Zustände:

Vorsicht und Aggression, Direktheit und Ausweichen, Entwicklung und Rückschritt – die Dynamik des Ersprechens ist grenzenlos. Das VEHIKEL ist die Projektion diverser Aggregatzustände.

Schwab, der sich Anfang der neunziger Jahre mit seinen Fäkaliendramen „Die Präsidentinnen“ und „Volksvernichtung“ zum meist gefragten Bühnenautor im deutschsprachigen Raum katapultierte, starb in der Neujahrsnacht 1994 im Alter von nur 35 Jahren an den Folgen seines exzessiven Alkoholkonsums. Leider taucht Schwab heute kaum noch auf den Spielplänen der Theater auf; nur „Die Präsidentinnen“ und „Volksvernichtung“ werden noch gelegentlich gespielt. Diesem Trend soll die nun anstehende Premiere wacker entgegentreten.

OFFENE GRUBEN
OFFENE FENSTER
EIN FALL von Ersprechen

Eine Komödie von Werner Schwab

ER Carsten Bender
SIE Katharina Merschel
DAS VEHIKEL Ursina Hemmi

Regie: Thomas Thieme
Licht: Volker Sippel
Graphikdesign: Thomas Barczyk
Photographie: Kirsten Faust, Jörg Kersten

Aufführungsrechte beim S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main
Herzlichen Dank an Günter Rohkämper-Hegel, Lea Draeger und Daniel Mathéus!
Spieldauer ca. 70 Minuten, keine Pause

 

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Trennung, Erwürgung, Vergiftung: drei Wörter, eine Geschichte. Der vom Heimatdichter zum Theaterschwindler mutierte österreichische Stückeschreiber Peter Turrini zieht alle Register, fabuliert nach Herzenslust und lässt seine Figuren auf der Bühne nach Belieben sterben und wieder auferstehen: „Das Theater ist der einzige Ort, das Leben zu überleben.“

Genau nach dieser Überlebenschance verzehrt sich in seinem Stück „Die Eröffnung“ (Regie: Barbara Kemmler) ein junger Mann, der vor dem Leben und der Wirklichkeit auf der Flucht ist und Deckung sucht „in der schützenden Dunkelheit des Theaters“. In seinem Kunsttraum-Rausch glaubt er, alle Darstellungsformen, alle Rollen und alle Gefühle auf die Bühne bringen zu können – doch es eröffnet sich ihm das Nichts.

Ein Paradestück zur Eröffnung der neu gegründeten gloster! Theaterproduktionen des Münsteraner Schauspielers und Sprechers Carsten Bender.

 

Die Eröffnung von Peter Turrini

neufassung 2004

Der Mann  Carsten Bender
Die junge Frau, Der Feind, Die Maskenbildnerin, Die Souffleuse, zwei Aufseher der Psychiatrie Janina Blohm-Sievers

Regie: Barbara Kemmler
Choreographie: Tamami Maemura
Textarbeit: Günter Rohkämper-Hegel
Bühne: Verena Strosche und Verena Stamm
Maske und Kostüme: Sabine Schubert
Musik: Kai Niggemann
Licht: Volker Sippel
Graphik: Thomas Barczyk
Photographie: Kirsten Faust

Aufführungsrechte: Thomas Sessler Verlag, Wien
Aufführungsdauer: ca. 70 Minuten, keine Pause

Herzlichen Dank an Agnieszka Barczyk, Bettina Zumdick und an das Theater Sycorax!

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